China verliert das Ringen um den WIPO-Vorsitz

China hat das Ringen um den Vorsitz der World Intellectual Property Organisation (WIPO), der UN-Organisation zur Regelung des internationalen Schutzes von geistigem Eigentum in Genf, verloren. Neuer Generaldirektor wird Daren Tang, bislang Hauptgeschäftsführer des Amtes für geistiges Eigentum in Singapur (IPOS).

Die Entscheidung gegen die chinesische Bewerberin Wang Binying, bisher stellvertretende Generaldirektorin, geht nicht zuletzt auf die geopolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China zurück. Hochrangige Regierungsvertreter der USA hatten vor einem schrecklichen Fehler gewarnt und gegen die bisherige stellvertretende Direktorin mobil gemacht, indem sie auf Beijings Wirtschaftsspionage und den mangelnden Schutz des geistigen Eigentums in China verwiesen. US-Medien zufolge wäre die Wahl eines chinesischen Generaldirektors so, als wähle man einen Bankräuber zum Präsidenten einer Bank.

Der Vorgang zeigt einmal mehr, wie angespannt das Verhältnis zwischen den USA und China auch im Bereich des geistigen Eigentums ist. Während China technologisch sehr schnell voranschreitet und auch im Ausland immer mehr Patente anmeldet, versuchen die USA, das Land durch den Aufbau politischen Drucks in der Weltgemeinschaft auszubremsen. Wir gehen davon aus, dass sich der Wettbewerb der beiden Großmächte um den Einfluss in der WIPO weiter verschärfen wird.

Quellen: WIPO, MERICS

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