Alternative Nahrungsmittel erobern China

Gesunde Ernährung steht bei Chinesen immer höher im Kurs. Das zeigt sich deutlich beim Einkauf alternativer Ernährungsprodukte über Online Plattformen – sein Volumen hat sich im Jahr 2020 fast verdoppelt. Rund 75% der Online-Konsumenten alternativer Nahrungsmittel sind Neukunden, die meisten Nachbestellungen werden innerhalb von 30 Tagen getätigt.

Der Grund für den Boom sind wachsende Gesundheitsprobleme, die aus einer falschen Ernährung der Bevölkerung resultieren. Über die Hälfte aller erwachsenen Chinesen sind übergewichtig, die Nachfrage nach alternativen Nahrungsmitteln ist entsprechend groß. Die Regierung hat den Handlungsbedarf erkannt und geht das Problem strategisch an, beispielsweise mit dem Maßnahmenplan Gesundes China 2019-2030.

Dieses dynamische Umfeld bietet westlichen Markenherstellern von Bio-Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln und Ernährungsprogrammen, die in China beliebt sind und denen man vertraut, hervorragende Absatzchancen. Die verschiedenen Zielgruppen finden sie hauptsächlich in der zahlungskräftigen Mittelschicht, die weiter wächst. Die besten Vertriebskanäle sind die digitalen Medien wie zum Beispiel WeChat, TikTok/Douyin oder Little Red Book (Xiaohongshu). Wir empfehlen hier auch den Einsatz von Influencern (Key Opinion Leaders, KOLs), die im Ernährungsbereich aktiv sind. Potenzielle Lizenznehmer und Franchisepartner sind chinesische Hotels, der stationäre und digitale Handel sowie private Unternehmer. 

Um sich vor Produkt- und Markenpiraterie zu schützen, sollten Unternehmen vor dem Markteintritt die bestehende IP-Situation genau überprüfen. Mit einer professionellen Vorab- Recherche können bereits bestehende ähnlich lautende Marken analysiert werden. Zudem sollte die Marke nicht nur in lateinischen Buchstaben, sondern auch in chinesischen Zeichen angemeldet werden – zum einen, um an die chinesische Kultur angepasst zu sein und den Konsumenten besser ansprechen zu können, zum anderen, um einen besseren Schutz sicherzustellen. So kann verhindert werden, dass ein Konkurrent die chinesische Übersetzung der Marke anmeldet.

Die defensive Anmeldung der Marke in verschiedenen Unterklassen, die im gängigen Nizza-System nicht üblich sind, schaffen zusätzliche Hürden für Fälscher. Wir empfehlen, die Marke auch in der Serviceklasse 35 anzumelden, die erfahrungsgemäß von Fälschern zuerst belegt wird. Nach der Registrierung sollte die Marke in China verwendet werden, um das Risiko einer Löschung wegen Nicht-Benutzung auszuschließen. Firmeninternes Beweismaterial reicht als Beweis der Nutzung aber nicht aus, hier sind Belege des Marktes erforderlich.

Bild: Unsplash

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