Huawei-Debatte: Risiken können gehandhabt werden

Das britische Wirtschaftsmagazin The Economist bringt eine neue Perspektive in die bislang wenig differenzierte Debatte um das Cyber-Sicherheitsrisiko Huawei: Die Handhabung von Risiken, eine zentrale Kategorie des Risikomanagement. Der Westen befürchtet, dass Ausrüstung von Huawei mit Hintertüren versehen sein könnte und dass diese Sicherheitslöcher den Chinesen Cyber-Spionage und -Sabotage ermöglichen würde. Ein Ausschluss von Huawei als Systemlieferant wäre jedoch kostspielig, würde den Aufbau von 5G verzögern und den Druck verstärken, die Globalisierung umzukehren.

Obwohl die Risiken nicht von der Hand zu weisen sind, kann sie der Westen mit drei Strategien der Risiko-Handhabung deutlich verringern. Erstens können Netzwerke mit technischen Lösungen verteidigt werden. So würde die Verschlüsselung der Kommunikation das Spionagerisiko verringern, da abgefangene Daten nur Kauderwelsch produzieren. Die Überwachung der Netzwerke macht es möglich, Eindringlinge frühzeitig zu erkennen und den Schaden zu begrenzen. Schließlich kann das gesamte Kommunikationssystem in technische Teilsysteme aufgeteilt werden und Huawei von sensiblen Kernkomponenten der Netzwerke ausgeschlossen werden. Mehrere Lieferanten und freie Kapazitäten führen zu Redundanz und Belastbarkeit.

Zweitens können die Länder im Rahmen der Organisation den Trend zur weiteren Öffnung der Systeme fördern. Telekommunikationsnetze werden zukünftig wesentlich aus Software bestehen. Das macht es Neueinsteigern einfacher, in den Markt einzutreten. Technologieunternehmen können Open-Source-Versionen von Antennen etablieren. Wenn Codes und Geräte zur Inspektion offen sind, ist es einfacher, Sicherheitslücken zu entdecken, und schwieriger, Hintertüren zu verstecken.

Eine dritte politische Strategie ist die internationale Zusammenarbeit. Viele Augen sehen mehr als zwei, ein breiterer Austausch der Erfahrungen würde dazu beitragen, dass Risiken reduziert werden. Zu dieser Strategie gehören auch die Festlegung gemeinsamer europäischer Kriterien für die Telekommunikation und die Einrichtung einer Inspektionsstelle nach dem Vorbild der Internationalen Atomenergiebehörde. Das Risiko des Nutzers, unsichere Geräte zu kaufen, würde deutlich reduziert.

Quelle: The Economist

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