Die Piraterie digitaler Inhalte nimmt zu

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie führte weltweit zu einem beispiellosen Anstieg der Online-Piraterie bezüglich Musik, Film, Fernsehen, Verlagswesen und Software. So stieg die Zahl der Raubkopien von Filmen im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 um 39%, während die Zahl der Besuche von Piraterie-Websites zum Ansehen von Filmen um etwa 9% zunahm.

Der gleiche Trend zeigt sich in China. Allein bei den Kurzvideos registriert das Pekinger Internetgericht jedes Jahr wachsende Fallzahlen, zwischen September 2018 und Februar 2022 hat das Gericht 2.812 Fälle von Urheberrechtsstreitigkeiten angenommen. Bei den Rechteverletzung geht es meistens um Kopierverstöße einschließlich des Schneidens langer Videos, der unerlaubten Weiterverwendung kurzer Videos oder des Hinzufügens von Hintergrundmusik. Andere Klagen beziehen sich auf die unzulässige kreative Bearbeitung und Verbreitung digitaler Inhalte.

Ein markantes Beispiel: Im Jahr 2022, während der Pandemie, hat ein WeChat-Kanal raubkopierte Videos der Musicals Phantom der Oper und Hamilton als Livestream übertragen. Das Ziel war, mit Hilfe der Raubkopien eine Fangemeinde aufzubauen und Profit zu machen. Der Pirateriefall kostete den Rechteinhaber Disney bis zu 75 Millionen Dollar an Lizenzgebühren, die für die Online-Übertragung fällig gewesen wären. Die beide illegalen Livestreams führten zu zahlreichen Beschwerden der Nutzer und wurden schließlich von WeChat unterbrochen.

Der Trend wird sich verstärken. Durch das explosionsartige Wachstum des mobilen Internets und der Kurzvideoplattformen sind die Kosten für das Live-Streaming auf ein extrem niedriges Niveau gesunken. Der Nutzer muss nur ein Konto registrieren, über Videoressourcen verfügen und einen Computer mit installierter Live-Streaming-Software besitzen, um das Live-Streaming ohne technische Barrieren fast zum Nulltarif durchzuführen.

Inhaber von Urheberrechten können ihre Rechte juristisch gut verteidigen. Dabei werden Beweise gesichert und notarisiert und Zivilprozesse wegen Copyright- oder Markenverletzung durchgeführt. Beim Schadensersatz hat China die Grenzen deutlich erhöht. Bei Datenträgern können Kopierfabriken und Vertriebspartner detektivisch ermittelt und Razzien durchgeführt werden. Unterm Strich hat die nachhaltige Bekämpfung der digitalen Produktpiraterie in China inzwischen gute Erfolgschancen.

Bild> Unsplash

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