China plant neue Exportbeschränkungen für 40 strategisch wichtige Technologien. Besonders betroffen sind Künstliche Intelligenz, Biomedizin und Solartechnologie. Für europäische Unternehmen könnten sich daraus erhebliche Einschränkungen beim Technologietransfer und bei der Nutzung chinesischen Know-hows ergeben.
Das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) und das Wissenschaftsministerium haben einen entsprechenden Entwurf veröffentlicht. Für 14 Technologien ist ein vollständiges Exportverbot vorgesehen, für weitere 26 eine Genehmigungspflicht. 23 Einträge betreffen Künstliche Intelligenz, darunter große KI-Modelle und autonome KI-Agenten. Peking begründet die Maßnahmen insbesondere mit Sicherheitsrisiken.
Die Beschränkungen unterscheiden zwischen der Nutzung chinesischer KI-Dienste und dem eigentlichen Technologietransfer. Der Zugriff über Apps, Websites und Programmierschnittstellen (APIs) soll weiterhin möglich bleiben. Dagegen könnte die Installation bestimmter chinesischer KI-Modelle auf eigenen Servern außerhalb Chinas künftig genehmigungspflichtig werden. Bereits öffentlich zugängliche Technologien, einschließlich Open-Source-Modellen, sollen ausgenommen bleiben.
Zwölf Einträge betreffen die Solarindustrie, insbesondere Herstellungsverfahren für Polysilizium, Siliziumwafer und Solarzellen. Auch Produktionsanlagen sowie die Übertragung technischen Know-hows bei Installation und Inbetriebnahme ausländischer Fabriken könnten unter die Beschränkungen fallen. Der Export fertiger Solarmodule bleibt dagegen grundsätzlich unberührt.
Obwohl die endgültigen Regelungen noch ausstehen, gelten seit dem 16. Oktober 2026 bereits vorläufige Registrierungspflichten. Exporteure müssen Empfänger, Zielland und Verwendungszweck der Technologien angeben. Stellungnahmen zum Entwurf sind bis zum 15. November 2026 möglich.
Für europäische Unternehmen entstehen damit neue Compliance-Risiken bei Forschungskooperationen, Technologielizenzen, KI-Implementierungen und internationalen Produktionsprojekten. Sie sollten prüfen, ob chinesische Partner kontrolliertes Know-how bereitstellen und bestehende Verträge angepasst werden müssen. Die Entwicklung zeigt, dass China zunehmend auch den internationalen Abfluss eigener technologischer Kompetenzen kontrolliert. Damit gewinnt die chinesische Exportkontrolle für das internationale IP- und Know-how-Risikomanagement weiter an Bedeutung.
