China will die Grundlagen seiner Industrie gezielt stärken – von Kernkomponenten über Grundstoffe bis zur Basissoftware. Der am 22. Oktober 2026 veröffentlichte Fünfjahresplan zielt auf Segmente, in denen europäische Zulieferer bislang stark sind. Dadurch wird der Wettbewerb in China härter und der Schutz von Know-how noch wichtiger.
Bis 2030 sollen die Schwachstellen deutlich verringert sein und die Grundlagenfähigkeiten insgesamt internationales Spitzenniveau erreichen. Der Begriff der industriellen Basis umfasst dabei auch Fachkräfte, Marktbedingungen und den politischen Ordnungsrahmen. Zugleich soll eine neue Generation von Einzelchampions und spezialisierten Mittelständlern entstehen, die in Nischen Weltmarktniveau erreichen. Das Vorbild der deutschen Hidden Champions ist unübersehbar.
Wo Peking heimische Lieferanten fördert, verschieben sich die Marktchancen. Chinesische Abnehmer, insbesondere staatsnahe Unternehmen, werden inländische Alternativen bevorzugen, sobald diese technisch genügen. Betroffen sind vor allem Maschinenbau, Komponentenfertigung, Mess- und Steuerungstechnik, Werkstoffe und Industriesoftware.
Zugleich steigt der Druck auf das Wissen derjenigen, die diese Technologien heute beherrschen – über Lokalisierungserwartungen, Joint Ventures, Dokumentationsanforderungen, Abwerbung von Schlüsselpersonal oder unzureichend abgesicherte Nachbauten. Unternehmen sollten prüfen, ob ihr Patent-, Gebrauchsmuster- und Designportfolio in China die kritischen Komponenten abdeckt, ob Fertigungs- und Prozesswissen wirksam geheim gehalten wird und ob Verträge mit chinesischen Partnern Lizenzen, Weiterentwicklungen und Rechterückübertragung klar regeln. Fließen technische Daten nach China, sind zudem Daten- und Exportkontrollrecht zu beachten. Der Plan setzt die Strategie technologischer Eigenständigkeit konsequent fort – neu ist die Tiefe, mit der Peking die Grundlagen der Industrie angeht. Technologieführerschaft allein sichert den Marktzugang in China nicht mehr. Wer erfolgreich bleiben will, muss seine Position aktiv verteidigen: rechtlich, vertraglich und organisatorisch.
