Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) hat die geplante Übernahme der Robotiksparte des Schweizer ABB-Konzerns durch die japanische SoftBank für 5,4 Milliarden US-Dollar untersagt. ABB betreibt in Shanghai einen bedeutenden Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort für Robotik, China steht für rund 30 Prozent des Robotikgeschäfts des Konzerns.
Chinesische Behörden befürchten, dass Betriebs-, Bewegungs- und Prozessdaten chinesischer Robotikanwendungen ins Ausland übertragen und dort für das Training leistungsfähiger KI-Systeme genutzt werden könnten. Der Fall verdeutlicht eine strategische Verschiebung: Nicht mehr allein Patente, Technologien und Know-how gelten als schutzwürdige Ressourcen, sondern zunehmend auch industrielle Daten als Grundlage künftiger KI-Anwendungen. Gerade Robotikdaten können für das Training sogenannter Physical-AI-Modelle wertvoll sein, die Maschinen befähigen, ihre physische Umgebung zu verstehen und autonom zu handeln.
Für ausländische Unternehmen in China entstehen damit zusätzliche Risiken bei Übernahmen, internationalen Datenarchitekturen und KI-Entwicklungsprojekten. Grenzüberschreitende Datenübertragungen müssen nicht nur anhand des chinesischen Data Security Law (DSL) und Personal Information Protection Law (PIPL) bewertet werden. Bei sicherheitsrelevanten Transaktionen können auch nationale Sicherheitsprüfungen entscheidend werden.
Unternehmen müssen frühzeitig klären, welche industriellen Daten in China entstehen, wo sie verarbeitet werden, wer darauf zugreifen kann und ob sie für das Training ausländischer KI-Modelle verwendet werden dürfen. Datenlokalisierung und kontrollierte KI-Trainingsprozesse werden damit zu strategischen Faktoren internationaler Technologieinvestitionen.
