Neue Rechenzentren in China: Daten aus dem Osten, Rechenleistung im Westen

In China sollen acht Regionen durch 10 nationale Rechenzentrumscluster zu nationalen Knotenpunkten für Rechenleistung ausgebaut werden: Jing Jin Ji 京津冀 (Beijing, Tianjin, Provinz Hebei), Changsanjiao 长三角 (Yangtze River Delta), Yue Xiang Ao Dawan Qu 粤巷澳大湾区 (Guangdong, Hongkong, Macao – Greater Bay Area), Chengyu 成渝 (Chongqing und Chengdu), Innere Mongolei, Guizhou, Gansu, und Ningxia. Das sieht eine gemeinsame Entscheidung der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, der Cyberspace Administration, des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie und der Nationalen Energieverwaltung vor.

Das Ziel ist, Datenübertragungszeiten zu verkürzen, die damit verbundenen Kosten zu senken und eine zuverlässige Versorgung der Rechenzentren mit idealerweise grünem Strom zu gewährleisten, wobei die Energieverbrauchskennzahlen koordiniert werden sollen. China erhofft sich, dass der Ausbau der Rechenzentrumscluster sich auch positiv auf weitere Branchen auswirkt, so die Bau-, IT-Ausrüstung-, Telekommunikations- und Software-Branche sowie auf Anbieter von grüner Energie in den betreffenden Regionen. 

Die meisten Daten in China stammen aus den großen Knotenpunkten in der östlichen Region, wo sich viele große Städte und damit auch viel Industrie befinden. Bislang wurden die meisten Rechenzentren in dieser Region gebaut. Die Etablierung von Rechenzentren im Westen hat jedoch einen großen Vorteil: Rechenzentren benötigen viel Energie und während im Osten Chinas Energie knapp ist, ist der Westen Chinas für die Erzeugung erneuerbarer Energie ideal.  

Die neuen Rechenzentren im Westen – Innere Mongolei, Ningxia, Gansu, Chengdu/Chongqing und Guizhou – sollen für Hintergrundprozesse, Offline-Analysen sowie die Speicherung und Sicherung von Daten genutzt werden, während die Rechenzentren im Osten – Jing Jin Ji, Jangtse-Flussdelta und Greater Bay Area – beispielsweise für das industrielle Internet, Finanzsicherheiten, Katastrophenwarnungen, Telemedizin, Videoanrufe und künstliche Intelligenz eingesetzt werden sollen.

Dieser Entwicklungsplan soll mehr Synergien zwischen dem Westen und dem Osten Chinas schaffen. Ein genauer Zeitplan für dieses Projekt ist uns nicht bekannt, aber wir erwarten, dass China das Projekt schnell vorantreibt. Deutsche und europäische Unternehmen in China sollten diese neue Entwicklung in ihrer strategischen IT-Planung berücksichtigen.

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