Elektroauto-Startup XPeng: Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen

Im vergangenen Jahr hat das FBI in den USA ein Strafverfahren gegen einen früheren chinesischen Apple-Mitarbeiter eigeleitet, der geheime Technologie für selbstfahrende Autos gestohlen hat. Jetzt verklagt Tesla aus denselben Gründen einen ehemaligen chinesischen Mitarbeiter aus dem Autopilot-Team. Was verbindet die beiden Angeklagten?  

Die Herren Zhang und Cao sind nicht nur Landsleute, sie wollten auch zum selben neuen Arbeitgeber wechseln: zu Xiaopeng Motors (XPeng), dem aufstrebenden Leader auf dem chinesischen Markt für Elektroautos.  

Das erste Model XPeng-G3 sieht Teslas Model X zum Verwechseln ähnlich. Laut Tesla umgeht XPeng nicht nur Patente, die seit 2014 im Rahmen der Open-Source Bewegung freigegeben sind, sondern kopiert auch Technologien, die als Trade Secrets durch Geheimhaltung geschützt sind, sowie Designs und sogar das komplette Geschäftsmodell von Tesla.

Der wichtigste Technologiebereich, der Xiaopeng Motors einen großen Vorsprung auf dem hart umkämpften chinesischen Markt für E-Autos verschaffen soll, ist das autonome Fahren. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen mindestens fünf ehemalige Tesla-Mitarbeiter aus dem Autopilotteam. Neulich hat das Startup seinen X-Piloten vorgestellt – mit einer ähnlichen Funktionalität. Die Software war jedoch nie Teil der Open-Source-Technologien für E-Autos, die Tesla freigegeben hat.

Der Fall zeigt deutlich, wie wichtig neben Patenten, Marken, Designs und Copyrights auch der Schutz von Know-how im heutigen IP-Wettbewerb ist. Trade Secrets werden meistens nicht durch staatliche Industriespionage gestohlen, sondern von einzelnen Unternehmen über Personen beschafft – auch mit illegalen Methoden.

Während Konzerne umfassende Systeme zum Schutz von Know-how und Geschäftsgeheimnissen installieren, können viele Mittelständer, auch Hidden Champions, oft nicht einmal genau sagen, welches kritische Know-how im Unternehmen vorhanden ist. Wir empfehlen Technologieunternehmen deshalb, spezifische Schutzmaßnahmen mit einem Monitoring der chinesischen Wettbewerber zu kombinieren.

Bild: Isai Ramos auf Unsplash

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