Das geopolitisch bedingte Tech-Decoupling, die Wirtschaftsschwäche im eigenen Land und das Bemühen um Chinas internationale Wettbewerbsfähigkeit wird zu einer Zunahme der chinesischen Industriespionage gegen westliche Unternehmen und Einrichtungen der Wissenschaft führen – nicht zuletzt in Deutschland. Denn China sieht sich gezwungen, in höhere Stufen der Wertschöpfung aufzusteigen, durch Innovation neue Wachstumstreiber zu schaffen und technologisch selbständig zu werden. Die dafür erforderlichen Ressourcen fehlen dem Land aber. Die innovative Nation ist technologisch bereits teilweise autonom, in vielen Bereichen aber noch auf westliches Know-how angewiesen – besonders in der Wissenschaft und in der industriellen F&E. Die Situation erinnert ein wenig an den „Kalten Krieg“, in dem die Spionage Hochkonjunktur hatte. Der aus chinesischer Sicht „Neue Kalte Krieg“ wird wieder zu einem Aufschwung der Spionage führen.
In den Unternehmen geht es jetzt noch mehr als bisher um den Schutz von Daten, Informationen und Know-how, sie benötigen tragfähige Strategien, effiziente Methoden und wirkungsvolle Instrumente der Spionageabwehr. Im Fokus stehen dabei das Erkennen und die Abwehr von Advanced Persistent Threats (APT), also fortgeschrittenen anhaltenden Cyberangriffen – versteckt, langfristig, komplex, mehrstufig, und qualifiziert. Angreifer haben mit APT die Absicht, keine Aufmerksamkeit zu erregen und unerkannt in Systemen zu verbleiben, um möglichst lange Know-how abgreifen zu können. Sie zielen inzwischen nicht mehr nur auf Konzerne, sondern auch auf kleine, spezialisierte Unternehmen, deren Technologie, Zulieferer und Organisation.
In den Niederlassungen in China steht noch immer die Industriespionage durch Personen im Vordergrund, bei der auch eigene Mitarbeiter involviert sein können. Sie kann durch eine synergetische Kombination von Maßnahmen bekämpft werden, wobei ausgewählte technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen so miteinander kombiniert werden, dass sie sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Beim Aufbau einer nachhaltig wirksamen Spionageabwehr empfehlen wir, auf einem von der neuen EU-Richtlinie NIS-2 geforderten Informationssicherheit-Managementsystem (ISMS) aufzubauen und dieses System um Komponenten des Datenschutzes und des Know-how-Schutzes zu erweitern. Praxiserprobte Details zeigt unser Webinar: https://www.youtube.com/watch?v=GyEBASSDUm4
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