Autonomes Fahren: Der Umgang mit Trade Secrets

Im Bereich des autonomen Fahrens wird die Entscheidung darüber, ob eine Erfindung patentiert oder als Trade Secret geheim gehalten werden soll, zunehmend zum Schlüsselfaktor für den in der Zukunft liegenden Markterfolg. Der Grund: die Mitarbeiter in diesem hoch innovativen, sehr dynamischen und stärker konvergierenden Segment der Automobil- und Digitalbranchen sind nicht nur auf dem Gebiet der Algorithmen und des Maschinenlernens exzellent ausgebildet, sondern auch anspruchsvoll, mobil und miteinander verbunden.

Beim autonomen Fahren müssen eigene Mitarbeiter und Fachleute externer Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, Technologiefeldern und Wirtschaftsbereichen kollaborieren. Es ist aber schwierig, zusammenzuarbeiten, wenn keine oder zu wenig Informationen weitergegeben werden. Für das Management kommt es deshalb darauf an, alle Informationen zu identifizieren, zu kategorisieren und zu bewerten. Erst dann kann es entscheiden, was geheim gehalten und was weitergegeben werden soll. Dabei geht es nicht nur um Technologie, sondern auch um Dinge wie Plattformen, Lösungen, Kundenerfahrungen, Organisationsstrukturen, Segmentierungen oder Wertschöpfungsketten. Wir arbeiten in unseren Projekten deshalb mit Softwaretools, mit denen Trade Secrets besser kategorisiert, bewertet und verwaltet werden können.

Fahrerlose Autos sind immer auch ein akademischer Bereich mit Tiefe. Viele Experten des autonomen Fahrens sind akademisch interessiert und wollen ihre Arbeitsergebnisse in Veranstaltungen und Foren diskutieren oder in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichen. Das Risiko, dass Mitarbeiter durch ihre Publikationen und Äußerungen versehentlich kritisches Wissen offenlegen, ist sehr hoch. Unternehmen brauchen deshalb einen Prozess, der es den Mitarbeitern ermöglicht,  in wissenschaftlichen Zeitschriften zu veröffentlichen und gleichzeitig das Risiko einer Offenlegung zu verringern. Umgekehrt können Unternehmen schnell in die Situation geraten, in der sie über das von Mitarbeitern eingebrachte Wissen unbeabsichtigt Geschäftsgeheimnisse eines anderen Unternehmens in ein Projekt aufgenommen haben.

 

Bild: David von Diemar / Unsplash

 

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