Internationale Markenanmeldungen: Chinas Weg zur Weltspitze

Eine neue Studie von CompuMarkt überrascht: China ist in nur vier Jahren von Platz 10 der internationalen Markenanmelder auf den 2.Platz  aufgestiegen. Voraussichtlich wird es keinen zwei Jahre mehr dauern, bis China den aktuellen Champion USA überrundet.

China schafft es jedes Jahr wieder Rekorde bei den Anmeldezahlen von Trademarks aufzustellen. Laut der Studie, hat das Amt der europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) alleine im Jahr 2017 über 11.000 chinesische Markenanmeldungen bearbeitet; 55% mehr als im Vorjahr. Auch das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) meldet einen signifikanten Anstieg von Markenanmeldungen aus China. Die Strategie dahinter ist es, auch im Bereich der Marken ständig neues Terrain zu besetzen (Go-Spiel) und damit die Optionen der Wettbewerber im globalen Markenraum zu verringern.

Europäische IP-Rechtsinhaber müssen aber nicht nur die zunehmend aggressive legale Konkurrenz aus dem Fernosten im Auge behalten, sie sollten auch nach bösgläubigen Markenanmeldungen forschen. Dabei melden chinesische Counterfeiter Marken in Europa an, die den originalen europäischen Marken ähnlich sind, und nutzen diese dann in chinesischen Prozessen, um die eigenen Fälschungsaktivitäten zu rechtfertigen. Wir haben im Dezember 2017 von einem solchen Fall berichtet: https://blog.chinabrand.de/2017/12/14/alarmierend-chinesische-faelscher-melden-in-deutschland-boesglaeubige-marken-an/.

Eine immer häufiger angewendete Strategie ist es auch, eine westliche Marke in chinesischen Zeichen anzumelden. Solche Anmeldungen entgehen den üblichen westlichen Monitoring-Tools, da diese die chinesischen Zeichenkombinationen nicht auf phonetische Ähnlichkeit überprüfen können. Da chinesische Konsumenten für eine westliche Marke lieber einen chinesischen Namen verwenden, kann eine derartige Markenanmeldung zu deutlichen Umsatz- und Marktanteilsverlusten sowie Reputationsschäden bei den betroffenen Originalherstellern führen.

Eine weitere häufig vorkommende Strategie ist es, in China Marken in Klassen und Unterklassen anzumelden, die der Originalhersteller aus Kostengründen nicht abdeckt oder aber übersehen hat. So kann es sein, dass ein westlicher Ventilhersteller der Marke ABC plötzlich Konkurrenz eines chinesischen Unternehmens erhält, das unter der Marke ABC Reparaturdienstleistungen oder einen Onlineshop für Ventile anbietet. Wir erwarten, dass solche bösgläubigen Markenstrategien auch außerhalb Chinas schnell an Bedeutung gewinnen.

Bild: redbubble

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