Baidu entwickelt „Medical Brain“ zur KI-unterstützten Diagnostik

In den letzten Jahren hat sich der Bereich künstliche Intelligenz aufgrund von Big Data und der stetigen Weiterentwicklung der Computerbranche bahnbrechend entwickelt. Landläufig wird angenommen, dass Unternehmen aus dem Silicon Valley dieses Feld dominieren. Doch bereits vor einigen Jahren haben auch chinesische Unternehmen diesen Bereich erschlossen, meist komplett unter dem Radar westlicher Unternehmen und Medien. Unter ihnen ist der chinesische Suchmaschinen-Gigant Baidu eines der erfolgreichsten.

In China ist die medizinische Versorgung permanent ein heißes Thema, da es im ganzen Land bei weitem zu wenige Ärzte pro Patient gibt. Deshalb versuchen Forscher durch den Einsatz künstlicher Intelligenz gegenzusteuern. Dies ist auch ein wichtiger Teil geplanter  medizinischer Reformen der chinesischen Regierung.

Baidu experimentiert mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz auch zur medizinischen Diagnose. Die KI kann während der Behandlung die Beschreibung der Symptome durch den Patienten analysieren, einordnen, zusammenfassen und so den Arzt entlasten. Nach umfangreicherer Interaktion mit den Patienten soll die KI sogar zukünftige Probleme vorhersagen und entsprechende Handlungsempfehlungen geben können.

Bereits heute werden bei Baidu, der beliebtesten Suchmaschine im chinesischen Markt, jeden Tag etwa hunderttausend Anfragen zu Gesundheit und medizinischen Behandlungen registriert. Daher möchte Baidu sich jetzt von der bloßen Suchmaschine zum unmittelbaren Bindeglied zwischen KI-Dienstleistungen und Menschen weiterentwickeln. Dafür gibt es bereits seit zwei Jahren die App „Baidu Doctor“, die bislang vor allem zur Online-Terminvereinbarung genutzt wird. Aktuell kann man über „Baidu Doctor“ mit 340.000 chinesischen Ärzten einen Termin vereinbaren.#

Der nächste Schritt ist jetzt das Projekt „Medical Brain“. Es gilt jetzt schon als ein Meilenstein im Bereich künstlicher Intelligenz und basiert auf einer Kombination aus Big Data, Supercomputern und lernfähigen Maschinen. Patienten können mit dem System durch Online-Interaktion mehr über ihren Gesundheitszustand erfahren, ohne einen Arzt konsultieren zu müssen. Gleichzeitig haben Ärzte Zugriff auf die Informationen und die Patientenhistorie, was die medizinische Behandlung vereinfachen soll.

Der CEO von Baidu sieht bereits den Beginn eines neuen Zeitalters anbrechen. Wie gut die Einbindung von KI in die medizinische Diagnostik tatsächlich funktionieren wird, muss sich zeigen. Jeder Patient ist individuell und es ist fraglich, ob eine künstliche Intelligenz tatsächlich diese individuellen Aspekte berücksichtigt.

Jedoch wäre es bei der bisherigen rasanten Entwicklung chinesischer Tech-Giganten nicht verwunderlich, wenn auch dieses ambitionierte Projekt schneller realisiert wird, als wir denken.

Quelle: http://it.sohu.com/20161011/n470015874.shtml

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